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SYSTEMISCHES KONSENSIEREN

Das Systemische Konsensieren ist ein konsensnahes Entscheidungsverfahren. Eine Gruppe ermittelt aus einer Reihe selbst entwickelter Lösungsvorschläge jenen Vorschlag, der in der Gruppe die geringste Ablehnung erfährt. Diese Form der Entscheidungsfindung – von den Beteiligten nicht die Zustimmung zu einem Vorschlag zu erfragen, sondern das Ausmaß des Widerstands – ermöglicht ein Ergebnis, das einem Konsens am nächsten kommt. Denn es wird für jede einzelne Lösung das Ausmaß des gesamten Widerstands der Gruppe ermittelt.

Geeignet

  • um eine möglichst konsensnahe Entscheidung zu treffen
  • um den Fokus auf Lösungsmöglichkeiten zu erweitern
  • um auch zurückhaltenden oder schweigsamen Gruppenmitgliedern die Chance auf eine gleichwertige Berücksichtigung ihrer Stimme zu ermöglichen

Ablauf

Der Ablauf gliedert sich in vier Phasen:

1. Entwicklung einer Fragestellung 
Eine Gruppe möchte eine Entscheidung treffen, die von allen Beteiligten getragen wird. Sie entwickelt eine übergeordnete Fragestellung, die nicht mit Ja oder Nein zu beantworten ist.

2. Kreativphase: Sammeln von Lösungsvorschlägen
In der zweiten Phase werden Lösungsvorschläge gesammelt, wobei nach dem Prinzip des Systemischen Konsensierens (SK-Prinzip) auf Kreativität und Vielfalt geachtet wird. Alle Ideen und Wünsche dürfen vorgebracht werden und stehen gleichberechtigt nebeneinander. Die Lösungsvorschläge werden in dieser Phase nicht kommentiert und diskutiert.

3. Bewertungsphase
In der Bewertungsphase wird jeder Lösungsvorschlag von jedem Gruppenmitglied mit sogenannten Widerstandspunkten (W-Punkten) bewertet. Null Punkte bedeutet dabei „Kein Widerstand“ bzw. „diese Lösung kann ich mittragen“. Die höchste zu vergebende Punktezahl ist 10 und bedeutet „starker Widerstand“ bzw. „ich lehne diesen Vorschlag entschieden ab“. Die Bewertung wird auf einer Matrix notiert. Als Hilfstool für die Bewertung und anschließende Auswertung steht online der W-Stimmen-Rechner zur Verfügung. >> www.sk-prinzip.net/konsensieren/

4. Auswertung
Abschließend werden die von den TeilnehmerInnen vergebenen Punkte für jeden Lösungsvorschlag zusammengerechnet. Die Lösung mit der geringsten Punktzahl erfährt in der Gruppe den geringsten Widerstand und ist einem Konsens deshalb am nächsten.

Das Verfahren des Systemischen Konsensierens kann für jede Entscheidungsfindung angewendet werden, wo mehrere Optionen zur Auswahl stehen (Phase 3 und 4). Das SK-Prinzip hilft, das Konfliktpotenzial bei kontroversen Entscheidungen zu minimieren. 

Zu beachten ist:

  • Damit das Verfahren gut funktioniert, ist es wichtig, dass die TeilnehmerInnen das Verfahren gut verstehen. 
  • Es wird empfohlen, die Gruppe vor dem Start des eigentlichen Entscheidungsprozesses durch einen Testdurchlauf mit einer einfachen Fragestellung mit dem Verfahren vertraut zu machen.
  • Vorab sollte geklärt werden, 
    – ob das Verfahren anonym durchgeführt werden soll.
    – welches Medium in der Kreativen Kommunikation (Phase 2) genutzt wird (z.B. Brainstorming, Kartenabfrage etc.).
    – welches Medium beim Erfassen von Widerständen (Phase 3) genutzt wird. (z.B. online Tool auf www.sk-prinzip.net, Konsensierungskarten etc.)
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